Bibliographie

Autorin: Anne Prettin
Verlag: Lübbe Verlag
ISBN: 978-3-7517-0381-9
Format: eBook
Seiten: 480

Klappentext

Die Kießlings gehören zu Juist wie die Gezeiten. Als Patriarch Eduard das Bundesverdienstkreuz erhält, kommen sie alle zusammen: Eduards Frau Adda, die drei Töchter sowie Großmutter Johanne. Doch in die Generalprobe platz Helen aus Neuseeland, die behauptet, mit der Sippe verwandt zu sein. Und tatsächlich: Sie ist Adda wie aus dem Gesicht geschnitten. Gemeinsam gehen sie dem Rätsel ihrer Herkunft nach. Denn Adda ahnt: Der Schlüssel zur Wahrheit liegt im familieneigenen Hotel de Tiden, dort, wo vor 75 Jahren alles begann.

Danke an dieser Stelle an die Bloggerjury und den Lübbe Verlag für das Rezensionsexemplar. Dies beeinflusst jedoch in keiner Weise meine persönliche Meinung.

Vier Generationen von Frauen auf Juist. Leben voller Krieg, Sturm und Wendungen auf einer Insel, die den Gezeiten ausgesetzt ist.

Wir lernen Johanne kennen, auf Juist geboren, die bei ihrem alkoholkranken Vater aufwächst und ihrem jüdischen Mitschüler Gustav bei Beginn der Nazi-Herrschaft zur Flucht verhilft und so auch ihre Liebe verliert. Die es nach Dresden verschlägt, wo sie eine Möbelfirma aufbaut, aber von dort flieht als Dresden bombardiert wird und zurückgeht nach Juist um dort das Hotel aufzubauen, das mit Schauplatz dieser Geschichte ist: Das de Tiden.

Johannes Tochter Adda, die ihren großen Bruder Joost abgöttisch liebt, ihn jedoch an die damals noch unbekannte Krankheit Aids verliert. Adda ist der Dreh- und Angelpunkt in dieser Geschichte. Sie wird früh schwanger, ist unverheiratet, was in den 60er eine große Schande, nicht nur für Adda, sondern für die ganze Familie ist. So heiratet sie Dr. Eduard Kießling, der zunächst fälschlicherweise für den neuen Geschäftsführer des Hotels gehalten wird, und dadurch eben diese Stelle einnimmt. Addas Tochter Wanda wächst in dem Glauben auf, dass er ihr Vater ist. Das Paar bekommt noch drei Töchter, Frauke, Theda und Marijke.

Die vier Gezeiten ist die Geschichte einer Familie, in der es von Geheimnissen und Dramen nur so wimmelt. Ein engstirniger und besserwisserischer Patriarch, der keine andere Meinung als die eigene gelten lässt und sich seinen Status mit Lügen, Ideenklau und Ellenbogen-Mentalität ergaunert hat. Ungewollte Schwangerschaften, unterdrückte Liebe um des lieben Friedens willen, unterdrückte Frauen und fehlende Meinungsfreiheit. Wanda, die sich gegen ihren Vater auflehnt und ihn damit ziemlich aus der Fassung bringt.

Die Geschichte beginnt mit einem mysteriösen Tagebucheintrag, der eine junge Frau zeigt, die sich das Leben nehmen will. Nach den ersten Kapiteln wollte ich unbedingt wissen, wie es ausgeht. Was ist mit der jungen Frau geschehen, der das Tagebuch gehört? Wie passt Helen da hinein?
Es gibt so viele verschiedene Handlungsstränge zu verschiedenen Zeiten, sodass es mir manchmal schwerfiel den Überblick zu behalten. Welche:r Protagonist:in zu welcher Zeit?

Anne Prettins Schreibstil vermittelte mir ein gutes Bild der Insel und einige Orte erkannte ich beim Lesen wieder, meine erste richtige Klassenfahrt ging nach Juist. Die Handlungen der Personen wirken nachvollziehbar, auch wenn manch eine Protagonistin ein bisschen sehr dramatisch agiert.
Die Autorin schafft es Gegenwart und Vergangenheit auf Juist vor dem geistigen Auge erscheinen zu lassen, manchmal fühlte es sich an als wenn ich dort wäre.

Johanne und Adda wirkten auf mich, zumindest in der Vergangenheit, authentisch. In der Gegenwart sind mir die Figuren zu oberflächlich und arg distanziert.

Bei der Beschreibung des Wattführers Onno hatte ich eine sehr reale Person vor Augen. Wattführer Heino Behring, er gehört zu Juist wie Ebbe und Flut. Und so wird auch Onno gezeichnet.

Meine Handfläche mit einer Seepferdchen-Figur darauf.

Insgesamt hat mir die Geschichte gefallen, durch die vielen Handlungsstränge hatte sie jedoch einige Längen und durch die Dramen an manchen Stellen auch ein wenig aufgebläht. Immer präsent war jedoch Helens Suche nach ihrer leiblichen Mutter.
Als Lektüre für zwischendurch oder sich in Pandemiezeiten an die Nordsee zu träumen.

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