Wer es in den Social Medias noch nicht mitbekommen haben sollte, eigentlich sollte die #WirLesenFrauen Challenge von Eva-Maria Obermann in die dritte Runde starten. Eigentlich.

Das Logo zur Aktion #DiverserLesen zeigt eine Gruppe von Menschen, die auf vielfältige Art lesen. Das Logo wurde von Illi Anna Heger als Strichzeichnung in braunen und lila Tönen erstellt. Mittig über der Menschengruppe die Buchstaben »div«, das Symbol eines akustischen Signals und in Braille-Kurzschrift das Wort »lesen«, also »l % c«. Die Gruppe von links nach rechts: Zwei Personen of Color mit kurzen schwarzen Haaren. Die erwachsene Person im elektrischen Rollstuhl navigiert einen daran befestigten Bildschirm mit den Augen. Das Kind steht daneben und zeigt auf den Bildschirm. Davor liest eine Schwarze Person ein Buch im Schneidersitz und trägt auf den langen, gelockten Haaren einen Hut. Dahinter liest eine Person of Color auf einem elektrischen Braille-Notizgerät, das auf den Knien liegt. Die langen Haaren haben eine Ponyfrisur und auf dem Pullover ist ein Davidstern gestickt. Zwei Schwarze Personen lesen liegend ein gedrucktes Buch. Die erwachsene Person trägt kurze Curls und Brille und das Kind eine Afro-Frisur, die in zwei Puffs gefasst ist. Zwei Personen of Color halten sich an der Hand und lesen gemeinsam ein gedrucktes Buch, eine trägt Hijab und die andere die dunklen Haare mit Undercut. Eine weiße Person mit Rock und langen blonden Haaren liest ein großes gedrucktes Magazin. Sie lehnt an einem Tisch, an dem eine weißhaarige, Schwarze Person mit Bart sitzt und Braille auf Papier liest. Davor liegt ein weiße Person mit Glatze, Bart, einem genderqueeren Tattoo auf dem Oberarm, Kopfhörern und in der Hand ein Mobiltelefon. Davor steht ein dreijähriges Kind in Latzhose mit einem Bilderbuch in der Hand. Daneben eine Schwarze Person mit einem kurzen Afro in ihrem manuellen Rollstuhl. Ein Handy liegt auf dem Schoß und sie liest via Audioausgabe über Kopfhörer. Daneben lehnt eine weiße, kleinwüchsige Person mit schulterlangen Haaren und blondem Bart an einer Wand und liest ein Zine-Heft.

Manchmal braucht es einen Schubs, um mutig zu sein und Neues zu wagen. Ich hatte Angst, der Erfolg von #WirLesenFrauen würde wieder unsichtbar, wenn ich mehr will. Das wird nicht passieren.
Eva-Maria Obermann

Die Aktion #WirLesenFrauen hat sich durchgesetzt und Autorinnen sichtbarer gemacht.
Der Hashtag ist ein wenig einschränkend, weshalb Eva-Maria die Challenge neu gestaltet hat und dies nicht mehr alleine macht, sondern sich mit Nora Bendzko, Katherina Ushachov und skalabyrinth zusammen getan hat.
Das Projekt erhält einen neuen Hashtag #DiverserLesen (oder auch #DiversErlesen) und soll Aufmerksamkeit für alle bringen, die in der patriarchalen, weißen, christlichen Gesellschaft unsichtbar bleiben. Dazu gehören FLINTA, LSBATIQQP+; BI_PoC, chronisch oder psychisch kranke Menschen, Menschen mit Behinderung oder Menschen, die nicht christlich sozialisiert sind*.

Ich freue mich sehr auf diese Lese-Challenge.
Den Hashtag werde ich fleißig benutzen um so auch auf dieses Projekt aufmerksam zu machen. Aber auch #WirLesenFrauen wird Teil davon sein, sofern der Hashtag passt.

Statt einer dritten Runde #WirLesenFrauen wird ab 01.03.2021 #DiversErlesen. Bücher dieser Personengruppen lesen und so auf sie aufmerksam machen.

Wer mitmachen möchte findet alle Information bei Eva-Maria Obermann und kann dort in den Kommentaren auch seine Challenge-Seite oder Social-Media Kanal verlinken.

Die Aufgaben für #DiversErlesen:

  1. The same procedure as every year. Lies ein Sachbuch, das eine marginalisierte Person geschrieben hat. 2020 hat gezeigt, wie sehr eh schon privilegierte Männer in den Fokus rückten, sobald es um Wissenschaft geht. Und das schmälert die Leistung von so vielen Personen. Zeigen wir, wie viel Wissen bei so einer Perspektive verloren geht.
    Einen Punkt gibt es dafür.
  2. Wie war dein Leben? Lies eine (Auto)Biografie. Das Leben von FLINTA und LSBATIQQP+ Menschen wird viel seltener als interessant anerkannt. Man muss nicht First Lady sein, um eine beeindruckende Biografie zu haben, die es lohnt zu kennen. Wer es schafft, hier eine passende Autobiografie zu lesen, bekommt einen Extrapunkt. Für alle anderen gibt es zwei Punkte.
  3. Nur weiß ist langweilig. BI_PoC-Autor:innen haben noch immer mit entsetzlichen Anfeindungen zu kämpfen. Black Lives Matter hat uns 2020 gezeigt wie wenig sich tut und wie viele immer noch wegsehen – besonders in Deutschland. Lesen wir dagegen an! Zwei Punkte für jedes Buch einer nicht weißen Person, das du liest.
    Gelesen: Bernadine Evaristo – Girl, Woman, Other; Oyinkan Braithwaite – Das Baby ist meins
  4. Fremde Heimat Sprache. Im Grunde eine Doppelaufgabe – oder mehr Möglichkeiten für euch. Lies das Buch einer exilierten Person oder von jemandem, der/die nicht in der eigenen Erstsprache schreibt. Sprache ist ein wichtiger Teil unserer Identität, unser Konstrukt von Heimat und essenziell für unsere Geschichten. Was, wenn wir in einem Land wohnen, dessen Sprache uns fremd ist, mit dessen Sprache wir nicht aufgewachsen sind und die wir nicht glauben von Grund auf zu kennen? Und was, wenn wir in so einer Sprache schreiben? Finde es heraus und sicher dir zwei Punkte.
    Gelesen: Alina Bronsky – Baba Dunjas letzte Liebe
  5. Reduziert? Leider sind viele Geschichten, die nicht von „Norm-Autoren“ geschrieben werden, auf die Marginalisierung der Betroffenen reduziert. Frauen schreiben Frauenliteratur, BI_PoC über Rassismus, queere Menschen über ihr Coming Out und Queersein, behinderte Menschen über ihre Behinderungen… Aber wird mehr als eine Eigenschaft, wir sind mehr als diese Reduzierung. Lies ein Buch einer marginalisierten Person, das sich nicht mit ihrer Marginalisierung beschäftigt.
    Zwei Punkte je Buch.
  6. Es wird lyrisch. Gedichte, ein Genre, das so dicht und gleichzeitig subjektiv ist. Es wird von Autoren beherrscht, wodurch Anderen die Sprachkunst aberkannt wird. Das ist falsch! Lies einen Lyrikband einer FLINTA Person und erhalte zwei Punkte.
  7. Da war doch was … Wirf einen Blick in dein Bücherregal. Wer tummelt sich da? Welches Buch hat dir so gut gefallen, dass du es schon immer ein weiteres Mal lesen wolltest, aber keine Zeit fandest? Lies ein Buch einer marginalisierten Person, das du bereits kennst, ein weiteres Mal. Entdecke Feinheiten und Anspielungen, die dir beim ersten Mal entgangen sind und sammel einen Punkt dafür.
  8. Be Indie. Nicht mit Hut und Peitsche, lies ein Buch einer marginalisierten Person, die indipendent oder im Selfpublishing veröffentlicht und nimm einen Punkt mit.
    Gelesen: Catherine Strefford – Zwischeneinander
  9. Mehr als binär. So ist unsere Welt. Nur Computer kommen über 0en und 1sen nicht hinaus. Lies das Buch einer nicht-binären genderqueeren Person und nimm zwei Punkte mit.
  10. Joker. Lies ein Wunschbuch einer marginalisierten Person, deren Marginalisierung nicht schon durch eine der anderen Aufgaben explizit abgedeckt ist. Warum? Weil du weißt, was dir gefällt. Finde eine Person, die das schreibt und nimm dir einen Punkt.
  11. Wir waren schon immer da! FLINTA, LSBATIQQP+, BI_PoC, Menschen mit Behinderungen und viel mehr sind keine Neuerfindung oder haben früher nicht geschrieben. Lies ein Buch von einer marginalisierten Person, das vor 1950 erschienen ist und bekomme zwei Punkte.
    Gelesen: Mary Shelley – Der letzte Mensch
  12. Gemeinsam sind wir stark! Lies darum das Buch einer marginalisierten Person gemeinsam mit anderen, in einer Leserunde, einem digitalen Austausch oder einem Buchclub. Einen Punkte dafür.
    Gelesen: Magret Kindermann – Herz des Todes (Leserunde auf Lovelybooks)

Jede Aufgabe muss mindestens einmal bewältigt werden bevor eine doppelt gewertet werden kann. Auch können Extrapunkte erlesen werden, wenn ihr das Buch einer mehrfach marginalisierten Person lest.

Es sind wieder schöne Aufgaben und ich habe bereits angefangen mir eine Liste mit Büchern zu machen, die ich für die Challenge lesen möchte.
Für zwei Aufgaben tue ich mich mit Devi zusammen. Buddyread quasi. Ich freue mich drauf.

Jetzt werde ich aber erstmal zusehen, dass ich meinen Beitrag für die #WirLesenFrauen Challenge 2020 auf den neuesten Stand bringe. Und dann wird es auch bald Zeit für ein Fazit.

Den Ursprungsbeitrag zur Challenge findet ihr bei Eva-Maria Obermann.

*FINTA (Frauen, Inter Menschen, Nichtbinäre Menschen, Trans Menschen und Agender Menschen)
LSBATIQQP+ (lesbische, schwule, bisexuelle, aspec (asexuelle, agender und aromantische), trans, inter, queere, questioning, polyamouröse Menschen)
BI_PoC (Black, Indigenous und People of Colour)

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