Bibliographische Daten

Herausgeberin: Helena Hunt
Übersetzerin: Stefanie Retterbush
Verlag: btb Verlag
ISBN: 9-783-641-268-176
Seiten: 256

Klappentext

»Vorreiterin. Heldin. Wonderwoman.« (ttt) Ruth Bader Ginsburg hat die Welt verändert. Ihr Gesicht prangt auf T-Shirts, ihre mutige Haltung inspiriert Menschen aller Generationen. Die zierliche Richterin am Obersten Gerichtshof der USA war moralischer Kompass und feministische Ikone der Millennials – geschätzt, mitunter auch gefürchtet für ihren messerscharfen Verstand, ihren Witz und ihren Kampfgeist. Zeit ihres Lebens hat sie unbeirrt für Gerechtigkeit gekämpft. Im Alter von 87 Jahren ist sie am 18. September 2020 in Washington einem Krebsleiden erlegen. Ihre Botschaft aber hallt nach. »I dissent – Ich widerspreche.« Diese Worte haben sie berühmt gemacht. 
1956 begann RBG, wie viele sie heute nennen, ihr Jurastudium an der Eliteuniversität Harvard – als eine von nur neun Frauen unter 500 Männern. Sie wurde eine der ersten Jura-Professorinnen in der USA und erkämpfte in den 1970er-Jahren gegen alle Widerstände bahnbrechende Gerichtsurteile zur Gleichstellung der Geschlechter. 1993 ernannte Präsident Clinton sie zur Richterin am Supreme Court, die zweite Frau überhaupt am Obersten Gerichtshof der Vereinigten Staaten. Seitdem wurde sie wie ein Popstar gefeiert. »Ein Leuchtfeuer des Rechts« (DIE ZEIT).

Werbung. Danke an das Bloggerportal und den btb-Verlag für das zur Verfügungstellen des Rezensionsexemplars. Dies hat jedoch keinerlei Einfluss auf meine persönliche Meinung.

Ich muss gestehen, dass ich bis kurz vor ihrem Tod nichts von Ruth Bader Ginsburg gehört hatte. Aber das was ich gehört hatte, hat mich neugierig gemacht. Eine höchst interessante Frau, die allen damaligen Widrigkeiten zum Trotz als eine von neun Frauen ihr Jurastudium in Harvard begann.

Ihr Tod zog internationale Aufmerksamkeit auf sich, zum Einen, weil sie als erst zweite Frau Richterin am Supreme Court war und Zeit ihres Lebens für die Gleichgerechtigkeit zwischen Mann und Frau gekämpft hat, sondern ganz besonders, weil sie Donald Trump stets Paroli geboten hat und nun ein umstrittenes Nachbesetzungsverfahren in Gang kam. Sie sagte einmal, dass sie hoffe, erst nach der Wahl zu sterben und das ein Demokrat ihre Stelle neu besetzen möge.

Das Buch besteht in der Hauptsache aus 300 Statements von RBG, wie sie gerne genannt wird. Diese sind in verschiedene Bereiche untergliedert und umfasst alle möglichen Ereignisse, denen sie in ihrem Leben beiwohnte.
Sie wuchs in einer Zeit auf, in der es für Frauen im allgemeinen und für sie im besonderen nicht leicht war Jura zu studieren und etwas aus sich zu machen. Sie war eine Frau, Jüdin, Ehefrau und Mutter, was es ihr nicht einfach machte ihren Weg zu verfolgen, aber sie konnte stets auf die Unterstützung ihres Mannes zählen.

Schätzt eure Töchter genauso wie eure Söhne und lehrt beide einzustehen für das, was richtig ist, und mutig zu sein und sich nicht mundtot machen zu lassen. Wenn etwas nicht gleich beim ersten Mal klappt, versucht man es eben noch mal und noch mal. (Zitat)

Es sind starke, einschneidende Zitate, die ein Bild dieser besonderen Frau zeichnen und dazu anregen und inspirieren die Dinge nicht einfach als gegeben hinzunehmen, sondern für Gerechtigkeit und Menschenrechte.

Die „Meilensteine“ umfassen einen Lebenslauf von Ruth. Ins Auge springt dabei, dass einzelnen Stationen ihres Lebenslaufs auch einige bedeutende Gerichtsverfahren zugeordnet sind.
Es wird noch einmal deutlich, dass ihre Karriere etwas besonderes ist in einem von Männern dominierten Bereich und sie hat Rechtsgeschichte geschrieben.
Ihre Arbeit und ihre Haltung haben Amerika ein kleines bisschen gerechter gemacht. Sie hat sich stark gemacht für die Geschlechtergerechtigkeit und gegen Diskriminierung.

Was mir aufgefallen und etwas aufgestoßen ist, ist das sie oft von Rassen und Rassendiskriminierung gesprochen hat.

Ruth Bader Ginsburg, geboren am 15.03.1933 und verstorben am 18.09.2020, war eine höchst beeindruckende Persönlichkeit und eine Quelle der Inspiration für alle, die ihren eigenen Kampf gegen Diskriminierung und Ungerechtigkeit in einer von Männern dominierten Welt führen.

Dieses Buch muss man nicht am Stück lesen, sondern kann es bequem zwischendurch häppchenweise lesen. Als Leser:in bekommt man hier einen tollen ersten Eindruck von dieser Frau.

Eine klare Leseempfehlung von mir. Auch eine Biografie von ihr fände ich sehr spannend.

13 Gedanken zu “Ruth Bader Ginsburg – Hrsg. Helena Hunt

  1. Hallo Mel,

    ich hab das Buch noch auf meinem SuB liegen und freue mich schon auf ihre Reden/Zitate.
    Da ich einen regen Kontakt zu vielen Freuden in den USA unterhalte, war mir RBG auch schon vor ihrem Tod ein Begriff. Was aber wirklich nur an meinen Kontakten auf der anderen Seite des großen Teiches liegt, denn die haben u.a. auf Facebook und anderen Social Media Kanälen über sie gepostet. 😉

    Cheerio,
    RoXXie

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    1. Es war wirklich sehr interessant. Und ich glaube, wenn man nicht wie du Kontakte dort hat oder sich generell für die USA interessiert, hat man auch einfach nichts oder kaum etwas von ihr gehört.

      LG,
      Mel

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      1. Die Sache ist ja die, dass ich durch die Kontakte ein Interesse an den USA habe. Meine beste Freundin lebt in Detroit und da interessiere ich mich automatisch auch irgendwie, wie es ihr geht und wie die Politik des Landes Einwirkungen auf ihr Leben hat. Ich bekomme ja mit, was sie für ihr Leben wichtig erachtet und was nicht. 😉

        Gefällt 1 Person

  2. Ich hatte dieses Buch letztens auch vor mir und war nicht sicher, ob es etwas für mich ist. Danke für deine Vorstellung, ich werde also nächstes Mal doch noch genauer reinlesen und dann für mich entscheiden, ob es dieses Buch oder vielleicht doch eher eine Biografie wird.
    Liebe Grüße
    Sandra

    Gefällt mir

    1. Hi Sandra, ich fand es als Einstieg ganz interessant. Vielleicht kannst Du in einer Leseprobe mal reinschnuppern.
      Eine Biografie möchte ich von ihr auch gerne lesen.
      Liebe Grüße,
      Melanie

      Gefällt 1 Person

  3. Hallo Mel =)
    Ich habe das Buch auch gelesen, allerdings hat mich gestört, dass die Zitate zeitlich komplett durcheinandergeschüttelt waren und wenig Zusammenhang zu den entsprechenden Fällen genannt wurde. Erst ganz am Ende gab es so einen kleinen Überblick. Das fand ich nicht so befriedigend.
    Nach ein wenig Suchen habe ich noch die Biografie „Notorious RBG“ gefunden (auf Englisch), die mehr von dem verspricht, was ich mir von diesem Buch erwartet habe. Ich habs aber noch nicht gelesen.
    Viele liebe Grüße,
    Nico

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    1. Hi Nico, da hast du Recht. Man hätte die Zitate entsprechend des zeitlichen Überblicks bringen können.
      Danke für den Tipp mit der Biografie, die werde ich mir bei Gelegenheit mal besorgen.
      Liebe Grüße,
      Mel

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  4. Oh, das Buch interessiert mich auch und ich bin noch unschlüssig. Schade, dass die Übersetzung keinen anderen Weg gefunden hat, mit „race“ umzugehen. Das hat einfach eine andere Konnotation und gerade bei so einem wichtigen Buch wäre Sensibilisierung nötig gewesen!

    Lg
    Eva

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  5. Ich finde Ruth Bader Ginsburg auch sehr beeindruckend und auch ein tolles Vorbild: Ihr unermüdlicher Kampf für die Gleichberechtigung beide Geschlechter, wie sie trotz aller Widerstände ihren Weg gegangen ist und vor allem Trump immer die Stirn geboten hat. Denn wie du schon schreibst: Sie hatte es nicht leicht, musste um alles Kämpfen und hat ständig Steine in die Weg gelegt bekommen, einfach schon aus dem Grund, weil sie eine Frau ist. Ich kann übrigens, falls du Lust hast, dich noch mehr mit ihr zu beschäftigen auch den Spielfilm „On the Basis of Sex“ empfehlen, den gibt es bei Netflix anzuschauen und der dreht sich nämlich um ihren Einsatz für Gleichberechtigung und ihren wohl wichtigsten Fall. Ziemlich gut werden da aber auch die Schwierigkeiten am Anfang ihrer Karriere aufgezeigt und wie Frauen an Universitäten behandelt wurden, nicht überraschend: Sie mussten sich immer anhören, dass sie einem Mann den Platz wegnehmen.

    Dankeschön für dein liebes Kompliment <3,
    ich muss gestehen, dass mir der Begriff auch erst im Studium begegnet ist, dabei existiert er ja doch schon überraschend lange. Ich glaube aber, dass sich damit bisher vor allem in den USA beschäftigt wurde und die Forschung hierzulande da noch recht rar gesät ist. Interessant ist das ganze aber auf jeden Fall.

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  6. Hallo Mel,
    ich hab das Buch schon ein paar Mal in der Hand gehabt und mich bisher aber dagegen entschieden. Mir fehlt da glaube ich ein bisschen mehr der Biografische Teil. Bisher konnte ich aber auf deutsch noch nichts passendes finden.

    Liebe Grüße
    Chrissi

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    1. Hi Chrissi,

      Ja, der biografische Teil ist wirklich minimal.
      Ich glaube bisher gibt es auch nur „Notorious RBG“, eben in englisch.
      Eine Biografie möchte ich gerne von ihr lesen, vielleicht besorge ich mir die mal.

      Liebe Grüße,
      Mel

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