Bibliographische Daten

Titel: Nebel
Autor: Ragnar Jónasson
Übersetzer: Andreas Jäger
Verlag: btb Verlag – Random House
ISBN: 9-783-442-758-623
Seiten: 352

Klappentext

Hulda Hermannsdóttir, Kommissarin bei der Polizei Reykjavik, kehrt nach einem Schicksalsschlag gerade wieder in ihren Beruf zurück. Um sie bei der Wiederaufnahme der Arbeit zu unterstützen, wird Hulda von ihrem Chef mit einem neuen Fall betraut: Mehrere Leichen wurden in einem abgelegenen Bauernhaus im Osten des Landes gefunden, und alles deutet darauf hin, dass sie dort schon seit einigen Wochen liegen.
Was ist während der Weihnachtsfeiertage geschehen, als das Bauernhaus durch einen Schneesturm vom Rest der Welt abgeschnitten war?
Und gibt es ein Entkommen aus der eigenen Schuld?

Werbung. Nebel wurde mir ebenfalls unentgeltlich vom btb Verlag zugeschickt, danke dafür. Dies beeinflusst jedoch in keiner Weise meine persönliche Meinung.

Wir befinden uns dieses Mal in den Jahren 1987 und 1988.
Hulda hat nach ihrem schweren Schicksalsschlag die Arbeit wieder aufgenommen und bekommt direkt einen Mordfall von ihrem Chef zugeteilt, der sich im Osten Islands zugetragen hat. Bei den Ermittlungen wird sie immer wieder an ihr eigenes Drama erinnert.
Zeitsprung, zwei Monate zuvor. Erla und Einar leben abgeschieden auf ihrem Bauernhof und sind durch einen Schneesturm von der Außenwelt abgeschnitten. Es ist Heiligabend als plötzlich ein Fremder auftaucht und um Obdach bittet. Erla ist misstrauisch, was will dieser Mann? Und hat sie recht misstrauisch zu sein?
Zur gleichen Zeit haben Hulda und ihr Mann Jón Probleme mit ihrer Tochter Dimma. Sie schließt sich in ihrem Zimmer ein und kommt auch nicht heraus um mit ihrer Familie Weihnachten zu feiern. Hulda kann nicht zu ihr durchdringen. Zu dieser Zeit arbeitet Hulda an dem Fall einer jungen Frau, die verschwunden ist.
Erneuter Zeitsprung zu dem verschwundenen Mädchen, das durch Island trampt und ein Buch schreibt. Sie landet auf dem Hof von Erla und Einar.

Bereits in Insel erfahren wir, was mit Dimma geschehen ist und sind hier dabei, wie es zu dem tragischen Ende kommt. Hulda hat die Anzeichen gesehen und doch nicht gesehen und entwickelt einen starken Hass auf ihren Mann.

Ragnar Jónasson arbeitet wieder mit drei Zeitebenen und führt am Ende alles zusammen. Die Einöde des Bauernhofes beschreibt er sehr eindringlich, nahezu klaustrophobisch. Und die Charaktere finde ich gut ausgearbeitet, besonders Erla habe ich völlig falsch eingeschätzt. Sie ist eindringlich beschrieben und man merkt, dass sie am liebsten sofort von diesem Hof fliehen würde, es Einar zuliebe aber nicht tut.
Huldas Dilemma von zu viel Arbeit ihrerseits und augenscheinlich zu viel Arbeit seitens Jón und dem Rückzug von Dimma. Welchen Grund dieser Rückzug ihrer Tochter hat wird nie laut ausgesprochen und ist doch unterschwellig präsent.

Nebel ist für mich der spannendste Teil der Reihe und ich konnte das Buch nicht aus der Hand legen und habe es in einem Rutsch gelesen. Es ist spannend, irgendwie unbehaglich und düster.

Insgesamt hat mir die Hulda-Reihe sehr gut gefallen und die rückwärtsgewandte Erzählweise war etwas erfrischend anderes. Es war interessant zu verfolgen, wie Hulda sich zu der Frau entwickelt hat, die sie am Ende, wo wir sie erstmals kennenlernen, war. Sie ist eine gute Kommissarin und löst in der Regel ihre Fälle, muss aber auch immer um ihr Ansehen kämpfen, einfach weil sie eine Frau ist und deshalb gerne übergangen wird.

Wer also Thriller mag und mal in die Einsamkeit Islands möchte, dem sei diese Reihe wärmstens empfohlen.

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