Titel: Kurt

Autorin: Sarah Kuttner

Verlag: S. Fischer

ISBN: 978-3-10-397424-9

Seiten: 240

Klappentext: Lena hat mit ihrem Freund Kurt ein Haus gekauft. Es scheint, als wäre ihre größte Herausforderung, sich an die neuen Familienverhältnisse zu gewöhnen, daran, dass Brandenburg nun Zuhause sein soll. Doch als Kurts kleiner Sohn bei einem Sturz stirbt, bleiben drei Erwachsene zurück, die neu lernen müssen, wie man lebt.

Erzählt wird aus der Ich-Perspektive, von Lena. Sie ist mit ihrem Freund Kurt von Berlin aufs Land nach Brandenburg gezogen, damit sie näher bei Kurts Sohn, der ebenfalls Kurt heißt, wohnen und dieser so leichter zwischen beiden Elternteilen pendeln kann.

Zu Beginn beschreibt Sarah Kuttner gewohnt feinhumorig, aber auch mit einer gewissen Ernsthaftigkeit dahinter, das Leben in einer Patchwork-Familie, dass immer gewisse Herausforderungen mit sich bringt. Lena stellt sich immer wieder die Frage: Darf ich mich in die Belange des Kindes einmischen? Wann darf ich das? Wie schaffe ich es, nicht in Konkurrenz zu seiner Mutter zu treten? Während sie sich noch mit diesen Fragen beschäftigt, stirbt der kleine Kurt nach einem Sturz vom Klettergerüst. Lena sieht sich nun nicht nur mit ihrer Trauer um den kleinen Kurt konfrontiert sondern auch mit der Sorge um ihren Freund, der sich in seiner Trauer völlig von ihr abschottet.

Es geht in diesem Buch um die Frage, darf ich trauern, wie gehe ich mit der Trauer um und wie kann ich jemanden in seiner Trauer unterstützen. „Kurt“ zu lesen, tat mir sehr weh. Ich bin ein sehr emotionaler Mensch und habe beim Lesen regelmäßig geweint.

Sarah Kuttner schreibt hier über die Realität, den Prozess des Trauerns, den Kurt, Jana und Lena auf ganz unterschiedliche Weise durchmachen. Sie trifft mitten ins Herz, ohne dabei kitschig, verbittert oder zynisch zu sein. Das hat mir sehr gut gefallen und sie schildert so die Tatsachen über den Tod und den Trauerprozess.

Die Geschichte ist gespickt mit Musik anhand derer man sich leicht eine Playlist zum Buch zusammenstellen kann.

Nach „Mängelexemplar“ ist „Kurt“ das zweite Buch von Sarah Kuttner, das ich gelesen habe und sie konnte mich erneut überzeugen. Mit ihrer unaufgeregten und auch leisen Erzählweise hat sie mich völlig mitgenommen. Sie hat es auf diesen 240 Seiten geschafft, dass mir die Protagonisten ans Herz gewachsen sind und nach Beendigung des Buches war ich fix und fertig. Es klang noch lange nach.

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